Warum eigentlich nicht Ton? Mein Vater hatte mir einst in Kindertagen einen Klumpen Lehm in die Hand gegeben und Püppchen kneten lassen.
Ich sollte den Boden auf seine Fruchtbarkeit überprüfen.
Der Lehmboden kam schlecht weg, doch mich faszinierte das Kneten. Wahrscheinlich war das meine Initiation. Jetzt hab ich dahin zurückgefunden.
Meine neusten Projekte sind keramisch, sind für den Garten, also für draußen und deshalb frostfest gebrannt. Und sie sollen die Natur feiern und unsere
Herzen erfreuen. Sie sind einfach wie Apfel und Birne, strenger wie Mohnkapsel oder Goldhähnchen.
Sie können Gartenbereiche erklären wie das Labyrinth - auch zum Nachzeichnen mit dem Finger und zum besseren
Verständnis des begehbaren babylonischen Labyrinths vorort.
Und sie sollen Freude bereiten wie Flora – die Göttin der Blüten und Dionysos. Er ist der Gott des Weines, der Freude, der Trauben,
der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase. Damit verkörpert
er wie kein anderer die Seele des Gartens und die Lust am Schaffen. Märchenfiguren wie der Froschkönig, die Prinzessin auf
der Erbse, die Meerjungfrau können den Garten verzaubern. Die Wächter – Löwe, Rabe und Schlange
– markieren die Eingänge zu geheimen Gartenbereichen, die sonst vielleicht übersehen werden.